25 Jahre - Jubiläum des Vereins

Geschichte

Unsere erste Gründungsphase dauerte von Februar 1990 bis zum 6. Mai 1991.


1990 hatte ein Antrag von Suurhuser Bürgerinnen und Bürger Erfolg, das Haus Smal Joed 5 nicht abzureißen.
Im Oktober 1990 konnte der Verein „Geschichtswerkstatt Landarbeiterhaus Suurhusen e.V.“ gegründet werden.

1991 wurden wir offiziell in das Vereinsregister eingetragen und konnten mit unseren gewählten Gremien tätig werden:
Das Haus für eine Mark kaufen, öffentliche Mittel beantragen, Spenden einwerben.
Die zweite Gründungsphase schloss mit der Aufnahme in den Museumsverbund Ostfriesland im März 1995.

Damit hatten nicht nur wir sondern auch die Gemeinde Hinte Verantwortung als Mitglied des Verbundes übernommen. Jetzt hatten wir das notwendige finanzielle Gerüst und die Zusicherung der ständigen, zukünftigen Unterstützung von Rat und Verwaltung und dem Museumsverbund.

Allerdings mussten wir uns durch unsere zukünftigen Leistungen erst noch bewähren. Bis zum 4. Mai 1997 brachten wir es mit vielen Mitgliedern, Helfern und Hunderten von Arbeitsstunden dann fertig, das Haus zu restaurieren,

eine Sammlung für das Museum zusammenzutragen, an der Gemeinschaftsausstellung „Als die Friesen Preußen waren“ mitzuwirken und die erste eigene Ausstellung „Landarbeiterleben in der Marsch 1900 – 1950“ im Herbst zu präsentieren.

In der Zwischenzeit veranstalteten wir sechs Konzerte in der Alten Kirche, gaben die Hefte Nr. 1 und Nr. 2 unserer wissenschaftlichen Reihe heraus. Inzwischen haben wir weitere fünf Hefte erarbeitet.

Von 1998 bis 2000 wurde das ehemalige Toilettengebäude bei der alten Schule dank der Gemeinde Hinte und unserer Eigenleistungen zu einem Arbeits- und Archivraum des Vereins. Wir konnten uns von nun an regelmäßig dort treffen und arbeiten. Ein umfangreiches Archiv, eine kleine Bibliothek und technische Arbeitsmöglichkeiten helfen uns seitdem bei unserer Arbeit. Dank der Gemeinde Hinte haben wir auch die Möglichkeit bekommen, in einem Raum des Bauhofes ein Magazin für Exponate einzurichten, die wir in der jeweils laufenden Ausstellung nicht zeigen können.

Es folgten bis 2016 weitere 15 Ausstellungen,

einige Sonderausstellungen, viele Aktionen und Veranstaltungen
(Vgl. Archiv/Chronologie).

1. Ansprache des Vorsitzenden Erwin Wenzel

„Der Kern unseres Kulturschaffens liegt in der Erforschung und Präsentation sozialer und ökonomischer Aspekte des Lebens der „kleinen Leute“, der Knechte, Mägde, Landarbeiter und Tagelöhner und ihrer Familien in den Marschdörfern. Ob die beschriebenen Verhältnisse in einigen Aspekten auch heute noch wahrgenommen werden, mag jeder für sich selbst entscheiden. Die aktuelle Ausstellung hat den Titel „Kinnertied-stuur un ok mal mooi“.

Hier wird von der Geburt, über die Schule und der Kinderarbeit sowie auch dem freien Spiel im Dorf die frühere Kinderzeit wieder lebendig.

Für uns war es ein besonderes Glück, dass die Schulleitung und die Kolleginnen der Grundschule Loppersum unsere ständigen und verlässlichen Partner wurden. So konnten wir mit den Kindern im Garten arbeiten,

sie konnten das Leben der Landarbeiterfamilien erleben und wir gemeinsam ein blaues „Schulheft“ herausgeben.

Es folgte parallel eine zweijährige intensive Zusammenarbeit mit der BBS I Emden und ein gelungener Versuch, die Gestaltung einer Ausstellung „Olldag in’t Dörp- güstern un vandaag“ den Schülern der Geschichtskurse zu überlassen.

Inzwischen sind wir in Ostfriesland und darüber hinaus bekannt und anerkannt. Wir sind ein kleines Museum und sicher kein kultureller Leuchtturm aber wir senden unser Licht, um den oft Vergessenen, den Landarbeitern und ihren Familien, eine Stimme zu geben und den Besuchern eine Reise ins Gestern zu ermöglichen.

Wir wissen, dass Schlösser, Kirchen und Villen viel eher die Reiseführer füllen. Damit soll uns unsere Vergangenheit vor Augen geführt werden. Wir wissen aber auch, dass sich das Leben fast aller Menschen in Deutschland bis in die 1950er Jahre hinein in Häusern und Wohnungen abspielte, die sehr viel mehr Ähnlichkeit mit dem Landarbeiterhaus in Suurhusen besaßen als mit Schlössern und Villen.

Zur Kenntnis nehmen müssen wir aber auch, dass die Faszination des für die meisten unerreichbaren Reichtums ungebrochen zu sein scheint und demgegenüber der Stolz und die Solidarität der kleinen Leute nicht genügend wahrgenommen wird, obwohl beides immer noch beispielgebend sein könnte.“

 

 

 

2. Jubiläumsfeier am 21. August 2016

In seiner Ansprache erinnerte der Vereinsvorsitzende Erwin Wenzel zu Beginn der Jubiläumsveranstaltung auch an die Gründungsmitglieder Jan Duitscher, Arthur Herfurth, Heinrich Kramer, Bertold Ulferts und Gretus Rinderhagen. Sie sind nicht mehr unter uns. Wir denken in Dankbarkeit an ihre Arbeit für unser Museum.

Wir denken aber auch an diejenigen, die aus beruflichen oder privaten Gründen nicht mehr mitarbeiten konnten wie Kea Hajunga, Eckhard Kühl oder Edzard Reuß.

Über einhundert Förderer, Partner und Freunde waren nach Suurhusen gekommen und konnten gespielte Szenen der Kinder der Grundschule Loppersum sehen,

Musik der Gruppe „Dreebladd“ genießen, Fentje Mudders Gesang lauschen und mitsingen, Lob für die Arbeit der Vereinsmitglieder vom Landschaftspräsidenten und Schirmherren Rico Mecklenburg hören

 

und die Unterstützung durch den stellvertretenden Bürgermeister der Gemeinde Hinte, Erich Ruhr, wahrnehmen.

Außerdem überreichte der Vertreter der Sparkasse Aurich Norden, Wilfried Türk, eine großzügige Spende zum Jubiläum. Gekommen waren auch die ehemaligen Schirmherren Joke Bruns aus Emden
und Walter Theuerkauf aus Norden und der Vorsitzende des Museumsverbundes Jörg Furch aus Westrhauderfehn.

Alles ist aber nichts ohne unsere ehrenamtlich arbeitenden Mitglieder, die sich für eine lebendige Zusammenarbeit entschieden und auch für die Jubiläumsfeier ein tolles Programm auf die Beine gestellt haben.

Alles ist aber nichts ohne die Förderer, Spender und Unterstützer unserer Arbeit.

Es ist Zeit, Danke zu sagen: Gemeinde Hinte, Sparkasse Aurich-Norden, Ostfriesische Brandkasse, die ostfriesische Landschaft, der EWE- Stiftung und vieler Firmen und Menschen, die uns finanziell geholfen haben und die örtliche Presse, die unsere Arbeit immer wohlwollend begleitet.

Ganz wichtig für uns sind auch Autoren, wie Hans-Hermann Briese, Tini Peters, Fentje und Jan Mudder oder Zeitzeugen wie Ulfert Hoogstraat, Erich Berg und Iris Diekena und Vortragskünstler wie Gerhard Herlyn oder Werner Nörtker.

Alles ist aber nichts ohne die Besucher und Gruppen, die unser Museum und die Ausstellung sehen wollen.
Es ist Zeit, Danke zu sagen: Unseren Besuchern, den Gästen aus nah und fern, den Familien mit ihren Kindern.
Sie mögen uns auch für die Zukunft gewogen bleiben.